Man trifft zum Duelle
sich in Mitttagesglut
egal, wer der Schnellere
das Ergebnis ist gut.

Secret Lover Industry

31. August 2009

She works for the Secret Lover Industry,
the SLI,
creeps out at night to do her job in
cheap hotels, or luxury ones
- depending -
meeting him at
secret corners,
secret park benches
on a rainy day,
in foggy nights.
She works with more or less delight.
Her code name is ‘business meeting’,
‘sports club’, ‘traffic jam’,
‘exhaustion’.
Her working dress is stunning,
her lip-stick less deceptive
than a contraceptive.
She’s always needed, when she is there.
Her rewards are flirtations, sex,
or bar-seat-chats, a ride into the
country-side, a bundle of
compliments to feed on
in lonely nights.
Her contract may expire,
but never her desire for
the man she will never earn.
Their love is not meant to
be sanctioned, by the church,
or children, if they knew,
by spouses, who pretend
to have no clue.
But there she walks, or takes the bus,
the tube, the tram, or even plane,
clinching to her hand-bag filled with contraceptives,
make-up, tissues – for potential
break-ups.
She works in the most unexpected places.
Sometimes her work is art, when she
mends lonely heArts with pieces of
her own that will never be replaced.
She works for the Secret Lover Industry,
like so many others, who could not
find a better job, or did not want to,
or never cared, or had no choice.
They are Love’s outcasts, Love’s slaves,
Love’s part-time-only.
But they are devoted and
sometimes, sometimes,
they are truly loved.

Vortex

31. August 2009

(W)VORT(D)EX

(Am Anfang war das Wort)

What vortex of images and sounds

My brain contains

Like a tornado it sweeps across my

Mental landscape and

Leaves me unsettled

Off the coast and off the

Shores ship-wrecked in my

own cacophonious songs

I drown in my bewilderedness

of silent dissonance

I burst my lungs with

vocal disasters

my chest explodes

explodes

I  ->  dIe(ye)

no sign

no song

remains

but

in my dreams I shelter opera stars

haunted by Verdi, the  good old chap,

lurking

behind the curtains

“Applause” “Applause”

ClapClapClapClapClapClap

“Bravo”

I scream:

“Ice cream“

I laugh

And fill my lungs with air

I look at the sky and

suck in the atmosphere and

shout:

B L U E

And the sky reddens

And darkens

And the stars shine

And speak to me of

Their existence in the distance

And I see each of them

Children of the Evolution

Blasted too

And I start  out  to eat them and

Taste their  Milky Way substance and

Giggle and get hungry for the planets

And I eat them too:

one by one, two by two, by three

Mercury

Venus

Earth, Mars

Jupiter, Saturn

Uranus, Neptune, Pluto

SUN I ate you too

MOON, how I loved you!

And everything stops spinning

And       everything    succumbs

And everything disappears

Into the vortex of

Images

and

Sounds

I

D

R

O

W

N

© Martina Pfeiler 2002

immer am sonntag

31. August 2009

die tage sind lang
sehr lang
dauern
von nacht
bis nacht
bis nacht
immer lächeln
gelingt mir
nicht

die menschen
die kommen
sind seltsam

oft

viele kennen mich
sagen
ah sie zu sehn
wie ein sonnenstrahl

ich denke nicht darüber nach

ich gebe kaffee und kuchen
manchmal brot
öfter nichts
dann hör ich nur zu

dann schließ ich die augen
und höre zu

elli kommt immer
sie trägt ein gelbes stirnband
über die ohren rutscht es
drückt die frisur in den himmel

sie bringt eigene
papiersackerl mit
und sagt
man spart wo man kann
spart man
jaja
und ihre stimme
rutscht in den himmel
wie ihre frisur
jaja
so ein hübsches kind
jaja

der sonntag und ich
eine zweckgemeinschaft
geliebt und gehaßt
der sonntag haßt mich
das gefühl hab ich manchmal
er liebt mich auch
seltener
liebt er mich

wenn ich aufpasse
erkenne ich die menschen
wie sie auf und ab laufen
wie sie unsicher sind
wie sie nach ihrem geld suchen
wie sie nicht den unterschied kennen
zwischen cappuccino und melange

ich erkläre
ruhig
mit tiefer stimme

die frau
die alle preise wissen will
jeden einzelnen preis
dazwischen immer aha! sagt
mit dem finger
in die vitrine zeigt
und das? fragt
aha
und DAS?
ich erkläre
(ruhig
mit tiefer stimme)
dann
trinkt sie eine flasche bier
jedesmal
dieselbe
prozedur

sie trinkt bier und schaut grimmig
so grimmig
nur einmal
da hat sie gelächelt
als ich zu singen begann
in meinem leeren laden
nur sie und ich waren da
und das gebäck
und da sang ich
das heideröslein für sie
und da hat sie gelächelt
was grotesk wirkte
die linien um ihren mund
die harten linien
die sträubten sich
die wehrten sich
und als sie es bemerkte
da sagte sie
halt dein maul

und ich sang weiter
unbekümmert
bis sie ging.

© 2002 Lisa-Maria Lienbacher

Kellergedichte

31. August 2009

lyrik aus dem dunklen keller I

scheint keinen platz
zu geben neben der säule
im innren vibriert sie still
und heimlich will sie ja
zerbrechen will und kann
nur nicht aus ihrer
haut aus glas
aus glattem glas.

 

lyrik aus dem dunklen keller II

im auftrag welches herrn
kassandra
meine seele
spielst du die
späherin
erhebst die stimme bebend
und gewichtig zeigst du
mir den rechten pfad?

vergebens sind die mühen
bäum dich nicht
auf sollst embryonengleich
verharren nein noch
kleiner leiser so
schweig still ja nicht
einmal dein herzschlag
darf noch sein du
seelchen wirst zum vakuum
es hört dich
niemand flüstern atmen
psch psch
liebes
gutes kind

© 2002 Lisa-Maria Lienbacher

Vier Fragen

31. August 2009

Beschreibe dich selbst in einem Satz.

Seit Neuestem ist mir ständig schlecht.

So ist das.

Vielleicht solltest du zum Arzt gehen.

Vielleicht sollte ich mir gleich die Eingeweide entfernen lassen und mein Hirn und das Herz und die Seele.

Die Seele? Hast du eine Seele?
Den Rest des Beitrags lesen »

im auge

31. August 2009

I.

der zeitpunkt wahllos
an die andersartigkeit gerieben
schwankt der druck ein ausbruch
plötzlich einbezogen alles
wie gewichtlos mitgerissen ohne
selbst zu atmen füllen sich die
lungen dennoch träge widerständig
ein zuviel ist nicht genügend haltung
gibt es nicht mehr dehnung in
zu runden kreisen vorgesorgt
die töne auf der zunge
festgesetzt doch eh der mund
sich öffnet geht der schrei verloren

II.

sie aus mir gerissen jetzt
zwei silben nur bedrängen
fäden in mir rachenwärts
gerichtet eine reise nein
ein schritt aus mir die
lautheit nebensächlich
arme seitwärts an die linien
gelegt die einst gezeichnet waren
heute nur verwaschen von den
trüben blicken rot ummantelt wirble
ich elliptisch fasse nichts du
hilfst nicht weiter hand ich
wünsche mir ein fremdes
herz das ja sagt

III.

beizeiten neu:
entwicklung fange mich in momentaner
stille bevor die wieder
kreiselung bekannte luft mir in die
öffnungen der hülle drückt wie friedensreiche
hummeln: ausschwarm einzelner fragmente
zwanghaft weiterwerdend unentschlossen
einen ausweg suchend: kaum zu
fassen wieder in ein zentrum tauchen dort
sich sammeln und das innen
wie das außen machen wo die alt:
entwicklung früher war

IV.

in der ahnung: keinerlei
beachtung folgenschwerer schritte
die nicht selbständig mich führen:
gibt es doch den pol genannt das
auge meisterlich verborgen aber
greifbar dennoch nie in solchen
wirbeln umgekommen in der
ehrlichkeit mit roten fäden
festgedacht und eins geworden wie
die puppe hölzern tanzend mit
der hand des fremden was führt
mich in stillere gewinde?

V.

betäubt durch ein
gewissenhaftes später pläne
sickern sehen unbegründet
schattenbilder wiegen
die nie auf meiner seite
neigung nehmen unversucht
gelassen alles greifbar
nahe kaum gesichtet in
den umkreis mitgegeben bald
verschlungen selbstauflösung stück
für stückchen aufgenebelt denn so
willst du es in definierten
winkeln mit geraden summen
hallt sie lautlos wider.

© 2003 Lisa-Maria Lienbacher

Ich hätte da mal ein Anliegen.

Entschuldigen Sie, wenn ich störe,

aber mich würden da so einige Sachen interessieren.

Ich würde zum Beispiel gerne erfahren,

ob Sie die Augenfarbe Ihres besten Freundes kennen.

Oder ob Sie wissen, wieviel Stück Zucker

Ihre Großmutter zum Kaffee nimmt.

Ob Ihre Frau Rosen auch wirklich mag.
Den Rest des Beitrags lesen »

The Wait

31. August 2009

I dream in the light of thy dying day

of soups and of milkshakes,

of comforting blankets

and of the freedom to choose the time of the dawn.

The night, it creeps up from behind a dark curtain

of roses and freedom,

and renders its loot,

drops the stars at your feet in the last breath of coming.

The coffee cups are ready, steaming

a yawn,

yielding the promise of a dawn to remember,

forever,

wherever that is.

I sit at the table armed with love for the dying

day and your body

wrapped in grass

and in leather, in the breath of a dream I have long stopped to dream.

The front door is tired of my looks, my desire

for you and the promise

of a warm cup of sand

in my fingers, my hands you have bound with your call.

On the rim of the wineglass

I can remember your fingers,

can remember your lips.

Wherever they are.

© eva, oct. 00

Kaleidoskop

31. August 2009

Ein Kaleidoskop

aus Wahrheit und Lüge, aus Bildern gemalt

mit dem Bedürfnis nach

Perfektion.

Ketten der Erinnerung

an deinem geistigen Bein,

und mit jedem Schritt in die Ferne verbreiten sie

ein Aufflackern von Erinnerungen aus Katzensilber.

Erkennende Verständnislosigkeit,

wichtige Zeichen, bedeutungslos,

ein Wollfaden im Labyrinth der

großen, ach so großen Welt.

Oft wünschst du, du könntest es abnehmen,

das Kostüm der Entfernung, den Panzer der Zugehörigkeit,

wie das Cape, den Zylinder des Gauklers,

in die Ecke geworfen nach dem Verlöschen des Scheinwerferlichts.

Doch sobald du ihn löst, den Verschluss, der das Cape hält,

du wie in Verehrung den Hut ziehst vor einem nicht immer gewogenen Publikum,

da trifft er dich ins Gesicht, ins Herz, ins Gehirn, der Novemberwind

des gewählten Exils.

© Eva, Jan. 99

Moritat

31. August 2009

Komm, mein Liebes, lass dich küssen,

schauen wir uns zärtlich an,

bevor wir in die Büsche müssen,

wo uns keiner stören kann

Nasses Gras soll uns nicht kümmern,

liegen wir hier nicht bequem?

Siehst du auch den Vollmond schimmern?

Ist meine Hand hier angenehm?

Ja, du scheinst es zu genießen,

langsam steigert sich dein Stöhnen…

erlaub´ mir, deinen Hals zu küssen,

deinen glatten, bleichen, schönen –

selbst schuld, jetzt gibt es kein Halten,

ratsch! da geht der Rock entzwei-

von der Bluse mit den Falten

springen Knöpfe, eins, zwei, drei…

doch das scheint dir zu gefallen,

gern und eifrig hilfst du mit.

Sowie die letzten Hüllen fallen,

kriegst du erst richtig Appetit!

Nichts da! Erst lass ich dich schmoren

Bis du fast vergehst vor Lust,

um dann den Ast in dich zu bohren,

dass du vor Schmerzen speien mußt.

Panisch schreiend, halb erstickend –

interessiert seh ich dir zu –

bäumst du dich auf, ins Leere blickend,

ein letztes Zucken, dann ist Ruh´.

Langsam fange ich mich wieder,

bett´ dich sacht ins weiche Moos,

streichle deine blutigen Glieder,

schmück dein Haar mit Buschwindros´,

mit Efeu deine Stirn, die bleiche.

Brüste starren farnbekränzt,

deine seltsam schöne Leiche

schimmert wächsern mondbeglänzt…

Voll Zärtlichkeit seh´ ich dich liegen,

bräutlich schön zurechtgemacht…

ich reiss´ mich los, das muß genügen

bis zur nächsten Vollmondnacht.

© Maria Edelsbrunner

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