Ein fiktionaler Extrakt einer Autobiographie
Zuggeschichte
Sie studierte Literatur. Aber viel lieber studierte sie das Leben. So saß sie eines Tages im Zug nach Graz, nahm ihre Mappe über Britische Literatur des 20. Jahrhunderts heraus und tat so, als ob sie lernen würde. Im Abteil, einem geschlossenen Abteil der Österreichischen Bundesbahnen, saßen außerdem drei Frauen, eine wesentlich jünger als sie, mit pinkgefärbten, kurzen Haaren und einigen Piercings, und eine Braunhaarige (aber irgendwie auch nicht naturecht ), die scheinbar etwa gleich war alt wie sie, was man heutzutage ja nicht mehr so genau schätzen kann. Die dritte Frau war wesentlich älter, mit ersten grauen Haaren – naturecht. Diese unterhielt sich mit der Frau mit den braunen Haaren über Schwarze. Afrikaner. “Ja, das is halt so wie bei uns. Da gibst auch schöne und net so schöne Männer. Der von Herzblatt, der Moderator, der g‘fällt mir.“ Wobei die jüngere Frau meinte: “Schweizer sind fesch“. „Zuggeschichte“ weiterlesen